Mit dem Gaggenauer Orient-Express durch Europa

Im Oktober 1902 erschien im Londoner Verlag Methuen das Tagebuch der Amerikanerin Molly Randolph über ihre Erlebnisse während einer in den wohlhabenden Kreisen der neuen Welt damals üblichen Bildungsreise durch Europa.
Das Buch erschien unter dem Titel „The Lightning Conductor“ (Der Blitzableiter). Im Untertitel erfolgt eine Erläuterung: „The Stange  Adventures of a Motor Car – Die seltsamen Erlebnisse eines Automobils“.
Im ersten Teil der Schilderungen spielt dieses Auto die Hauptrolle. Die Markenbezeichnung wird zwar nicht genannt, die Herkunft lässt sich durch die im Buch enthaltenen Fotos jedoch einwandfrei bestimmen: Gaggenau.
Das Buch wurde ein Bestseller. Eine deutsche Ausgabe erschien mit dem Titel „Der Blitzchauffeur“ und 1926 wurde die Story mit dem Titel „Meine Freund, der Chauffeur“ verfilmt – Hans Albers in der Hauptrolle.
 
Im Buch heißt es:

„Es war schwerer, als ich dachte. Mit der linken Hand muss man den Wagen steuern. Am Steuerhebel ist eine Hupe befestigt, mit der entgegenkommende Lebewesen zu warnen sind. Ich betätigte die Hupe mit der rechten Hand, aber das war falsch, denn für die rechte Hand gab es eine Menge anderer Dinge zu tun.

Da gab es einen kleinen Hebel für den Geschwindigkeitswechsel, einen anderen, mit dem die richtige Spannung der Riemen eingestellt wurde, einen Hebel zur Geschwindigkeitsregulierung und schließlich noch die Bremse. Das Schlimme ist, dass häufig etliche dieser Dinge gleichzeitig zu tun sind. Man müsste drei oder vier Hände haben.

Es kann also nicht verwundern, dass ich etwas verwirrt war und für einen Augenblick mit den Händen etwas durcheinander kam. Und gerade jetzt mußte ein anderer Wagen um die Ecke kommen. Ich versuchte, nach rechts zu steuern, fuhr aber nach links – man glaubt nicht, was man in einer einzigen Sekunde mit einem Auto alles anstellen kann.“

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